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Selma Pardis, 1996, 60 cm x 80 cm, (008F)
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Overview
Die Jüdin Selma Pardis wohnte in Düsseldorf in der Bilker Straße 25. Sie war Witwe und lebte 1942 von der Kriegsrente für ihren im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn. Ihr Mann, Wolf Pardis, war 1942 in Düsseldorf verstorben.
Selma Pardis war für den Deportationstransport vom 22. April 1942 nach Izbica (Bezirk Lublin) vorgesehen. Zwei Tage vorher verließ sie ihre Wohnung und hinterließ einen Zettel, dass sie die Fahrt ins Ungewisse nicht mitmachen könne und in den Rhein ginge. Es hatte in Düsseldorf bereits mehrere Selbstmorde vor ange-kündigten Deportationen gegeben.
Selma Pardis irrte einige Stunden in Düsseldorf herum. Dann bestieg sie einen Zug nach Köln. Sie hatte in der Bahnhofstoilette den Judenstern von ihrem Mantel entfernt.
Sie kam aber am 4. Mai 1942 doch wieder nach Düsseldorf zurück. Was sie veranlasste, sich bei der jüdischen Gemeinde zu melden, ist unklar. Selma Pardis wurde ver-haftet und noch am 4. Mai 1942 in Düsseldorf von der Gestapo verhört. Sie wurde mit dem nächsten Deportationstransport am 15. Juni 1942 nach Izbica deportiert.