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Doris Maase, 1996, 60 cm x 80 cm, (005F)
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Overview
Die Ärztin Dr. Doris Maase stammte aus einer sozial engagierten Arzt-familie. (...)
Doris absolvierte ein Medizin-studium in Berlin, Rostock und Bonn und wurde 1931 Mitglied im Roten (Kommunistischen) Studentenbund. Im Sommer 1933 wurde sie von der Universität verwiesen. Für die Nazis war sie nicht nur eine politische Gegnerin, sondern im Sinne der NS-Rassen-ideologie auch "Halbjüdin". Ihr Vater Adolf Franck war Jude.
Im Oktober 1933 emigrierte Doris zunächst in die Schweiz, um ihr Medizinstudium zu beenden. Ende 1934 heiratete sie den Ingenieur Klaus Maase und zog mit ihm nach einiger Zeit wieder nach Düsseldorf.
Zusammen mit ihrem Mann und anderen bildete sie eine kleine illegale Widerstandsgruppe. Doris Maase wurde am 27. Mai 1935 zusammen mit ihrem Mann ver-haftet. Anklagepunkt war u.a. die Anfertigung von Flugblättern. (...)
Am 7. September 1936 wurde sie vom Volksgericht in Berlin wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrenverlust verurteilt. Im November 1936 wurde sie in die Strafanstalt Ziegenhain (Bezirk Kassel) verlegt. Dort blieb sie in Einzelhaft.
1938, nach Ende ihrer Haftzeit, wurde sie nicht entlassen, sondern in "Schutzhaft" genommen. (...)
So wurde sie in der Zeit vom 10. Juni 1938 bis 18. Juli 1938 wieder im Düsseldorfer Untersuchungs-gefängnis festgehalten, bevor sie ins Frauenkonzentrationslager Lichtenburg (Prettin, Kreis Torgau) überführt wurde. Im Mai 1939 wurde sie in das KZ Ravensbrück verlegt. Bei ihrer Arbeit im Krankenrevier versuchte sie, vielen Mithäftlingen zu helfen. So stellte sie zugunsten der Häftlinge gefälschte Krankheitsbescheinigungen aus und entwendete Medikamente aus dem Krankenrevier. (...)
Nach 1945 lebte sie mit ihrem Mann Klaus wieder in Düsseldorf, wo Doris Maase ihren Beruf als Ärztin ausübte. Sie engagierte sich auch nach dem Krieg für die KPD und war von 1948 bis 1956 Stadt-verordnete ihrer Partei. Nach dem Verbot der KPD (1956) kandidierte sie 1958 als Parteilose zum Landtag. Doris Maase starb am 20. September 1979 in Bayern.